Standesamt am 26. Juli 2005 - Bericht von Claudia |
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Um kurz vor 7 Uhr morgens bin ich aufgewacht. Carsten war schon wach. Ich habe zwar überlegt, was noch alles zu tun ist,
das hat mich aber noch nicht veranlasst, sofort aufzustehen. Aber um 7.45 Uhr wars dann doch so weit.
Zunächst habe ich mich nur in Klamotten geschmissen und habe die fertigen Salate und die Kuchen nach vorne gebracht.
Dort hatten wir am Tag vorher schon die Tische vorbereitet. Das Feiern sollte vorne stattfinden, weil dort viiiieeeel mehr Platz ist
und auch draußen ein überdachter Platz ist (und die Wettervorhersage nicht ganz sooo gut war).
Das Rübertragen war aber schnell getan. Carsten ist dann mit Papa zum Bäcker und zum Blumenladen gefahren. In der Zeit bin ich duschen gegangen und habe mich langsam angezogen - nicht, ohne zwischendurch immer mal wieder vor dem PC zu sitzen und zu gucken, was es Neues gibt (und mich darüber zu freuen, dass schon soooo viele Leute gratuliert haben!). Und dann kam ein Schreck: Der Reißverschluss an der Hose hatte sich an einer Stelle von der Hose gelöst! Ich kann nicht nähen!!! Also was nun? Auf Carsten warten? Der kann nämlich mit der Nadel umgehen. Aber wer weiß, wann er wieder kommt? Also dann doch lieber zu Nadel und Faden greifen (der Faden war immerhin auch rot, wenn auch viel heller als der Hosenstoff) und los gelegt. Schön ist die Naht nicht, aber normalerweise sieht sie ja auch niemand und sie hat gehalten! Die Einkäufer kamen zurück - ich fand den Brautstrauß superschön! Den Anstecker hatte Carsten sich gleich an die Anzugjacke machen lassen. Ein bisschen groß fand ich ihn, aber trotzdem schön! Verabredet war, dass die Trauzeugen (aus Wuppertal und Bestwig) mit ihren Familien vorher zu uns kommen. Das klappte auch fast pünktlich - mit kleinen Kindern lässt sich eben nicht alles auf die Minute planen. Andreas und Yvonne kamen mit dem Zug aus Lorsbach angereist. Die ersten Fotoapparate kamen schon zum Einsatz. Und dann mussten wir Papa antreiben, damit wir endlich Richtung Standesamt losfahren konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich schon -zigmal gefragt worden: Nervös? Aufgeregt? Nein, ich war weder das eine noch das andere. Und Carsten hatte morgens schon nach einem Schnaps verlangt - ihn aber dann doch nicht trinken wollen. Am Standesamt trudelten so nach und nach immer mehr Überraschungsgäste ein: Arbeitskollegen von Carsten und mir, Frauen aus dem FaGot-Chor, ehemalige Gruppenkinder, Verwandte und Freundinnen. So kam dann auch die große Schar zusammen, die auf dem Gruppenfoto zu sehen ist. Das Trauzimmer war schnell gefunden, aber es war niemand da. Im Bürgerbüro war eine Schlange, da wollten wir uns nicht auch noch einreichen, und bei ARGE waren wir wohl auch falsch. Naja, im Schreiben vom Standesamt stand, dass wir rechtzeitig da sein sollten. Wir waren da - wo war die Standesbeamtin? Schließlich tauchte ein Mitarbeiter auf, der meinte, um fünf vor 12 Uhr käme sie aus der ersten Etage runter. Das war dann auch tatsächlich so und genau im selben Augenblick fiel der Anstecker von Carsten ab. Der "Schaden" war aber schnell wieder behoben. Zunächst mal mussten die Trauzeugen mit der Standesbeamtin mit. Sie hatte uns auch vorher das Stammbuch, die Ringe und unsere Ausweise abgenommen. Dann endlich (es war wohl schon fünf nach 12 Uhr) durften wir alle ins Trauzimmer. Das Zimmer war nett eingerichtet, die Standesbeamtin hatte unsere Ringe auf ein Herz gelegt, und es fanden auch alle zumindest einen Stehplatz. Einige Leute waren draußen geblieben und bauten einen Tisch auf, um für den Sektempfang anschließend zu sorgen. Schön, wenn das selbstverständlich von Leuten übernommen wird - wir hatten nur gesagt bekommen, dass wir uns nicht kümmern müssen. Sogar einen Sonnenschirm hatten sie im Auto, falls es doch regnen sollte. Danke dafür! Die Standesbeamtin hat sehr nett geredet. Die Ehe hat sie mit der gerade zu Ende gegangenen Tour de France verglichen. Dieser sportliche Bezug hat mir gut gefallen. Ist nicht total abgehoben, sondern handfest und nachvollziehbar. Geendet hat sie mit dem Spruch "Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit." Nach dem Ja-Wort gabs dann Szenenapplaus der Anwesenden. Carsten hat mit Nachdruck "Ja, ich will" gesagt, bei mir war es ein nicht ganz so lautes "Ja" - das muss in der Kirche besser werden! Zur Unterschrift hat sie Carsten dann auf einem der Formulare gebeten, mit seinem Jungennamen zu unterschreiben. Und seinen neuen Personalausweis hat er auch gleich ausgehändigt bekommen. Das Zeitgefühl hat mich ein bisschen verlassen während der Trauung. Es müssen so 15-20 Minuten gewesen sein, dann war der offizielle Teil schon vorbei. Draußen erwartete uns dann ein Baldachin von den SYmpatex-Kolleginnen, unter dem wir hergehen mussten. Und am Ende bekamen wir dann zwei Mini-Scheren ausgehändigt, um das Herz aus der Membran zu schneiden. Blöde Aufgabe. ;-) Die Schere war stumpf und Folie zu schneiden, geht eigentlich nur dann, wenn sie stramm gezogen ist und man mehr oder weniger reißen kann. Das hat zu Beginn auch ganz gut geklappt und ich hatte einen großen Vorsprung vor Carsten. Irgendwann hat er mich dann doch überholt und war schneller fertig. Und kaum waren wir durch das Herz geklettert, prasselte ein Reisregen auf uns nieder. Die letzten Körner habe ich nachmittags noch aus den Haaren gefischt. Ein Schild im Amtshaus verkündete, dass mit dem bereit stehenden Besen Blumen, Konfetti und Reis wieder zu entfernen seien. Okay, wir hatten ja keinen Polterabend, da hat Carsten sich dann erbarmt und den Reis weg gefegt. Von Anna haben wir ein Gedicht aufgesagt bekommen und der FaGot-Chor ließ es sich nicht nehmen, ein Ständchen zu bringen. "Wo die Liebe wohnt" wurde gesungen, ganz spontan und ohne Chorleiterin! ;-) Danke! Nach dem Sektempfang und den Gratulationen ging es dann zu uns bzw. zu meinen Eltern nach Hause. Dort hatten Jens und Johannes (Pfadfinder aus der Gerthe) den Grill schon angeworfen und es gab dann recht schnell Essen für alle. Und das war auch reichlich da. Auf Wunsch von Andreas gab es dann nachmittags auch noch Kuchen. Und auch wenn sich bis dahin schon viele Leute verabschiedet hatten (die Überraschungsgäste wussten natürlich nichts vom weiteren Programm), blieben nur wenige Stücke Kuchen übrig. Es war ein superschöner Tag! Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben! |
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